Bachgasse 15

Bachgasse 15

Mauertrockenlegung in einem Gründerzeithaus: In der Bachgasse 15 in Wien-Ottakring war das Mauerwerk laut Gutachten so stark durchfeuchtet, dass Schäden zu erwarten waren. SPARTA Bautenschutz hat die Außenwände mit PU-Injektionen über Stahlpacker verfestigt und eine Horizontalsperre eingebaut, die auf Basis von Feuchtemessungen des OFI gemeinsam mit dem Auftraggeber festgelegt wurde.

Das Projekt auf einen Blick

  • Objekt Gründerzeithaus, Bachgasse 15, 1160 Wien, früher Büro- und Wohnnutzung, in Sanierung
  • Leistung Mauerwerksverpressung, Mauerwerksverfestigung, Horizontalsperre
  • Grundlage Gutachten eines Sachverständigen mit Schwerpunkt Feuchtigkeitsschäden
  • Befund Durchfeuchtungsgrad über dem Schwellenwert von 20 Prozent, Schäden zu erwarten, Außenwände zu verstärken
  • Verfahren PU-Injektionen über Stahlpacker, Horizontalsperre
  • Qualitätssicherung Feuchtemessungen durch das OFI, Erfolgskontrolle durch ein akkreditiertes Prüfinstitut

Unsere Projekte

Das Problem: feuchtes Mauerwerk in einem Altbau

Ein typisches Wiener Zinshaus

Gründerzeithäuser prägen Wien. Ihr Mauerwerk aus Ziegel und Kalkmörtel ist tragfähig und langlebig, aber empfindlich gegen Feuchtigkeit. Viele dieser Häuser wurden ohne wirksame Horizontalabdichtung errichtet, oder die ursprüngliche Sperre hat über die Jahrzehnte ihre Wirkung verloren. Wasser steigt dann kapillar aus dem Boden in die Wände.

Das Haus in der Bachgasse 15, früher als Büro und Wohnung genutzt, wird saniert. Bevor neue Oberflächen aufgebracht werden, musste die Feuchtigkeit im Mauerwerk gelöst werden, sonst wären Putz, Anstrich und Innenausbau nach kurzer Zeit wieder geschädigt.

Der Befund des Sachverständigen

Grundlage der Maßnahmen war das Gutachten eines Sachverständigen mit Schwerpunkt Feuchtigkeitsschäden. Ab einem Durchfeuchtungsgrad von über 20 Prozent sind Maßnahmen gegen Mauerfeuchtigkeit erforderlich. Das Mauerwerk war bereits so stark durchfeuchtet, dass Schäden zu erwarten waren. Zusätzlich stellte das Gutachten fest, dass die Außenwände zu verstärken sind.

Warum Gründerzeitmauerwerk so empfindlich ist

Ziegel und Kalkmörtel sind porös. Diese Poren wirken wie feine Kapillaren und ziehen Wasser aus dem Boden nach oben. Mit dem Wasser wandern gelöste Salze ins Mauerwerk. Wo das Wasser verdunstet, bleiben die Salze zurück, kristallisieren und sprengen Putz und Ziegeloberflächen ab. Typische Anzeichen sind Ausblühungen, abplatzender Putz und muffige Räume im Erdgeschoß.

In Österreich regelt die ÖNORM B 3355 die Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk, von der Bestandsaufnahme bis zur Wahl des Verfahrens. Sie gibt den Rahmen vor, in dem Gutachten, Messungen und Maßnahmen zusammenspielen.

Die Aufgabe

Damit ergaben sich zwei Ziele: die aufsteigende Feuchtigkeit dauerhaft unterbinden und das geschwächte Mauerwerk der Außenwände verfestigen. Beides musste in einem bestehenden, zu sanierenden Gebäude erfolgen, ohne die Wände abzutragen.

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Die Lösung: Verfestigung und Horizontalsperre

Mauerwerksverfestigung mit PU-Injektionen

Die Außenwände wurden mit PU-Injektionen über Stahlpacker verfestigt. Dazu werden Bohrlöcher im Raster gesetzt und Stahlpacker eingebaut. Über die Packer wird Polyurethanharz unter Druck in das Mauerwerk gepresst. Es füllt Hohlräume, Fugen und Fehlstellen und verbindet das Gefüge wieder zu einem tragfähigen Ganzen. Mehr zur Methode unter Verpress- und Injektionstechnik.

Bohrlochraster mit Stahlpackern in einem Fensterpfeiler, Bachgasse 15 Wien
Bohrlochraster mit Stahlpackern in einem Fensterpfeiler.

Horizontalsperre nach Messung

Gegen die aufsteigende Feuchtigkeit wurde eine Horizontalsperre eingebaut. Sie unterbricht den kapillaren Wassertransport im Mauerwerk, sodass kein Wasser mehr aus dem Boden nach oben steigt. Die darüberliegenden Wandbereiche können anschließend austrocknen.

Wo die Sperre sitzen muss, wurde nicht geschätzt, sondern gemessen. Das OFI, ein akkreditiertes Prüfinstitut, hat die Feuchtigkeit im Mauerwerk ermittelt. Auf Basis dieser Messungen wurde die Horizontalsperre gemeinsam mit dem Auftraggeber festgelegt. So liegt sie genau dort, wo sie wirkt.

Welche Verfahren es gibt

Für nachträgliche Horizontalsperren gibt es mehrere Verfahrensgruppen. Mechanische Verfahren schneiden das Mauerwerk auf und legen eine Sperrbahn oder Platten ein. Das ist sehr wirksam, aber aufwendig und bei Gründerzeitmauerwerk mit statischen Risiken verbunden.

Injektionsverfahren bringen über Bohrlöcher ein Sperrmittel ins Mauerwerk ein, das die Poren verschließt oder wasserabweisend macht. Sie kommen ohne Auftrennen der Wand aus und sind bei bewohnten oder zu sanierenden Altbauten besonders verbreitet. Welches Verfahren passt, hängt von Mauerwerk, Wandstärke und Durchfeuchtung ab.

Die Arbeitsschritte im Überblick

  1. Gutachten des Sachverständigen mit Befund zu Durchfeuchtung und Schäden
  2. Feuchtemessungen durch das OFI
  3. Festlegung der Horizontalsperre gemeinsam mit dem Auftraggeber
  4. Bohren im Raster und Setzen der Stahlpacker
  5. Verfestigung der Außenwände mit PU-Injektionen
  6. Einbau der Horizontalsperre
  7. Erfolgskontrolle durch ein akkreditiertes Prüfinstitut

Unabhängige Erfolgskontrolle

Ob eine Trockenlegung gelingt, zeigt sich erst mit der Zeit, wenn das Mauerwerk austrocknet. Deshalb wird der Erfolg durch ein akkreditiertes Prüfinstitut überprüft. Die unabhängige Messung gibt Auftraggeber und Sachverständigem eine belastbare Bestätigung.

Das Ergebnis: ein Mauerwerk, das austrocknen kann

Was erreicht wurde

Die Außenwände sind verfestigt, die Horizontalsperre ist eingebaut und unterbricht die aufsteigende Feuchtigkeit. Das Mauerwerk kann nun austrocknen, und die weitere Sanierung des Hauses steht auf einer trockenen, tragfähigen Grundlage. Die Erfolgskontrolle durch das Prüfinstitut dokumentiert die Wirkung.

Fensterpfeiler der Außenwand mit Injektionspackern
Fensterpfeiler der Außenwand mit Injektionspackern.

Nach der Trockenlegung

Eine Horizontalsperre stoppt den Nachschub an Wasser, das Mauerwerk trocknet aber erst mit der Zeit. In dieser Phase sind diffusionsoffene Oberflächen wichtig, etwa Sanierputze, die Feuchte und Salze aufnehmen können, ohne abzuplatzen. Dichte Anstriche oder Fliesen direkt nach der Trockenlegung würden die Austrocknung bremsen.

Was dieses Projekt für Eigentümer und Hausverwaltungen zeigt

Feuchtes Mauerwerk lässt sich nicht mit neuem Putz lösen. Wirksam ist eine Trockenlegung, die auf einem Gutachten und auf Messungen beruht, die Feuchte an ihrer Ursache unterbricht und ihren Erfolg unabhängig nachweist. Wer vor einer Altbausanierung steht, sollte diesen Schritt an den Anfang stellen.

Sie sanieren einen Altbau mit feuchtem Mauerwerk? Kontaktieren Sie uns für eine Begutachtung.

Häufige Fragen zur Mauertrockenlegung

Antworten auf die Fragen, die uns Auftraggeber zu diesem Thema am häufigsten stellen.

Ab wann ist feuchtes Mauerwerk ein Sanierungsfall?

Als Richtwert gilt ein Durchfeuchtungsgrad über 20 Prozent. Dann sind Maßnahmen gegen Mauerfeuchtigkeit erforderlich, weil Schäden an Mauerwerk, Putz und Ausbau zu erwarten sind.

Was ist eine Horizontalsperre?

Eine Sperrschicht im Mauerwerk, die das kapillare Aufsteigen von Feuchtigkeit aus dem Boden unterbricht. Darüber kann die Wand austrocknen.

Warum wird vorher gemessen?

Weil Lage und Ausführung der Sperre von der tatsächlichen Feuchteverteilung abhängen. Messungen eines Prüfinstituts wie des OFI machen die Planung belastbar.

Was bewirkt eine Mauerwerksverfestigung?

Das injizierte Material füllt Hohlräume und Fugen und verbindet das Mauerwerk wieder zu einem tragfähigen Gefüge.

Wie lange dauert das Austrocknen?

Das hängt von Wandstärke, Material und Ausgangsfeuchte ab und kann Monate dauern. Deshalb wird der Erfolg erst nach einer Wartezeit durch Messung bestätigt.

Hilft Sanierputz allein gegen feuchte Wände?

Nein. Sanierputz verbessert die Oberfläche und nimmt Salze auf, stoppt aber nicht die Ursache. Gegen aufsteigende Feuchte braucht es eine Horizontalsperre.

Ist eine Trockenlegung bei bewohnten Häusern möglich?

Ja. Injektionsverfahren kommen ohne Auftrennen der Wände aus und lassen sich abschnittsweise ausführen, auch in genutzten Gebäuden.

Glossar

Die wichtigsten Fachbegriffe aus diesem Projekt, kurz erklärt.

  • Durchfeuchtungsgrad Verhältnis der vorhandenen Feuchte zur maximal möglichen Feuchteaufnahme eines Baustoffs.
  • Kapillar aufsteigende Feuchte Wasser, das über feine Poren aus dem Boden in das Mauerwerk steigt.
  • Horizontalsperre Sperrschicht im Mauerwerk gegen aufsteigende Feuchte.
  • Packer Injektionsstutzen, über den Material unter Druck ins Mauerwerk gepresst wird.

Kontaktieren Sie uns noch heute und starten Sie dieses erstklassige Abenteuer mit uns.

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