Umspannwerk Simmering

Umspannwerk Simmering

Betonsanierung an einem Umspannwerk: Von Juni bis September 2026 hat SPARTA Bautenschutz das Gebäude des Umspannwerks Simmering in Wien instand gesetzt. Karbonatisierung und Witterung hatten Stützen und Wände geschädigt. Die Schadstellen wurden saniert, die Fassade mit einem rissüberbrückenden System von Sto geschützt, die Waschbetonplatten imprägniert und die Fugen erneuert, im Farbton des Bestands.

Das Projekt auf einen Blick

  • Objekt Umspannwerk Simmering, Wien
  • Zeitraum 15. Juni bis 18. September 2026
  • Leistung Betoninstandsetzung und Betonsanierung, rissüberbrückende Fassadenbeschichtung, Imprägnierung der Waschbetonplatten, Fugenerneuerung
  • Schadensursache Karbonatisierung des Betons und Witterungseinflüsse
  • Schadensbild Abplatzungen mit freiliegender, korrodierter Bewehrung an Stützen und Wänden, Risse
  • Systeme Materialien von Sto, PU-Fugenmasse
  • Gestaltung Farbton nach Bestand

Unsere Projekte

Das Problem: Karbonatisierung und Witterung an einem Infrastrukturbau

Eingerüstetes Gebäude des Umspannwerks Simmering mit Rohrleitungen im Vordergrund
Das Umspannwerk Simmering während der Instandsetzung.

Ein Gebäude, das dauerhaft funktionieren muss

Umspannwerke sind Teil der kritischen Infrastruktur. Ihre Gebäude schützen die Anlagen der Energieversorgung und müssen über Jahrzehnte tragfähig, standsicher und dicht bleiben. Anders als bei einem Wohnhaus lässt sich ein Umspannwerk nicht einfach räumen oder umbauen, wenn der Beton altert.

Beim Umspannwerk Simmering war genau das eingetreten. An Stützen und Wänden zeigten sich sichtbare Schäden, dazu Risse in der Fassade. Um Tragfähigkeit, Standsicherheit und den optischen Wert des Gebäudes langfristig zu sichern, entschied der Auftraggeber, das Gebäude zu sanieren und vor weiteren Schäden zu schützen.

Das Schadensbild

Stütze mit großflächiger Betonabplatzung am Umspannwerk Simmering
Abplatzung an einer Stütze: Der Beton über der Bewehrung hat sich gelöst.

Die Hauptursache war die Karbonatisierung des Betons. Kohlendioxid aus der Luft dringt über Jahrzehnte in den Beton ein und senkt dessen Alkalität. Erreicht diese Front die Bewehrung, verliert der Stahl seinen natürlichen Korrosionsschutz. Er rostet, dehnt sich aus und sprengt den Beton von innen ab.

Genau dieses Bild zeigte sich an mehreren Stellen: Betonabplatzungen an Stützen und Wänden, darunter freiliegende, korrodierte Bewehrung. Witterungseinflüsse wie Schlagregen, Frost und Temperaturwechsel hatten den Prozess beschleunigt und Risse in der Fassade geöffnet, über die weiteres Wasser eindringen konnte.

Freigelegte, korrodierte Bewehrung in einer Wand des Umspannwerks
Korrodierte Bewehrung nach dem Abtrag des geschädigten Betons.

Die Aufgabe

Das Ziel war klar formuliert: das Gebäude instand setzen und gegen weitere Karbonatisierung und Witterung schützen. Dazu gehörten drei Bauteilgruppen mit unterschiedlichen Anforderungen: die tragenden Stahlbetonbauteile mit ihren Schadstellen, die geputzten und beschichteten Fassadenflächen mit Rissen und die Waschbetonplatten, deren Oberfläche erhalten bleiben sollte. Dazu kamen die Fugen, die teils defekt waren. Das Erscheinungsbild sollte sich nicht verändern, der Farbton war nach Bestand herzustellen.

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Die Lösung: Betonsanierung, Schutzsystem und neue Fugen

Instandsetzung der Schadstellen

Freigelegte Bewehrung an einer Wand vor der Reprofilierung
Freigelegte Schadstelle: Der Beton wird bis hinter die Bewehrung abgetragen.

Alle Schadstellen wurden fachgerecht bearbeitet. Der geschädigte Beton wurde abgetragen, bis tragfähiger Untergrund erreicht war und die Bewehrung rundum frei lag. Nur so lässt sich die Korrosion vollständig entfernen und der Stahl dauerhaft schützen.

Anschließend wurde die Bewehrung entrostet und mit einem Korrosionsschutz versehen. Danach wurde der Querschnitt mit Instandsetzungsmörtel wiederhergestellt. Der alkalische Mörtel stellt um die Bewehrung wieder das Milieu her, das den Stahl vor Rost schützt.

Bewehrung mit aufgebrachtem Korrosionsschutz an einer Stütze
Die Bewehrung erhält einen Korrosionsschutz, bevor der Querschnitt wiederhergestellt wird.

Rissüberbrückendes System an der Fassade

Auf den Fassadenflächen wurde ein rissüberbrückendes Schutzsystem von Sto aufgebaut. Es nimmt die Bewegungen feiner Risse auf, ohne selbst zu reißen, und bildet eine Barriere gegen Wasser und Kohlendioxid. Damit wird die Karbonatisierung gebremst und der Beton dauerhaft vor Witterung geschützt. Der Farbton wurde nach Bestand hergestellt, sodass das Gebäude sein gewohntes Erscheinungsbild behält.

Imprägnierung der Waschbetonplatten

Waschbetonplatten haben eine offene, strukturierte Oberfläche aus freigelegtem Zuschlag. Eine deckende Beschichtung würde genau diese Struktur zudecken. Die Platten wurden deshalb nicht beschichtet, sondern imprägniert. Die Imprägnierung dringt in die Poren ein, macht die Oberfläche wasserabweisend und schützt vor Feuchte und Frost, ohne die Optik zu verändern.

Austausch und Ergänzung der Fugen

Defekte Fugen wurden entfernt und neu hergestellt, fehlende Fugen ergänzt. Verwendet wurde eine PU-Fugenmasse, die dauerhaft elastisch bleibt und Bewegungen zwischen den Bauteilen aufnimmt. Dichte Fugen sind entscheidend, weil über offene Fugen sonst genau dort Wasser eindringt, wo Bauteile aufeinandertreffen.

Ausführung auf einem Infrastrukturgelände

Die Arbeiten erfolgten auf dem Gelände eines Umspannwerks, zwischen Rohrleitungen, Stahlkonstruktionen und technischen Anlagen. Das verlangt eine sorgfältige Gerüstplanung, klare Abstimmung mit dem Betreiber und ein Arbeiten, das die Anlagen nicht beeinträchtigt.

Eingerüstete Fassade des Umspannwerks Simmering während der Arbeiten
Die eingerüstete Fassade während der Arbeiten.

Die Arbeitsschritte im Überblick

  1. Schadenskartierung an Stützen, Wänden und Fassade
  2. Abtrag des geschädigten Betons bis auf tragfähigen Untergrund
  3. Entrosten der Bewehrung und Aufbringen des Korrosionsschutzes
  4. Reprofilierung mit Instandsetzungsmörtel
  5. Rissüberbrückendes Schutzsystem auf den Fassadenflächen, Farbton nach Bestand
  6. Imprägnierung der Waschbetonplatten
  7. Entfernen defekter Fugen, Herstellen neuer Fugen mit PU-Fugenmasse

Warum Instandsetzung statt Erneuerung

Karbonatisierungsschäden wirken dramatisch, betreffen aber meist nur die äußeren Zentimeter des Betons. Die Tragstruktur dahinter ist in der Regel intakt. Eine gezielte Instandsetzung erhält diese Substanz, verursacht weniger Aufwand als der Ersatz von Bauteilen und lässt sich ohne Eingriff in den Betrieb der Anlage ausführen.

Das Ergebnis: ein geschütztes Gebäude im gewohnten Erscheinungsbild

Fertig instand gesetzte und beschichtete Wandfläche am Umspannwerk
Instand gesetzte und beschichtete Fläche.

Was erreicht wurde

Nach gut drei Monaten, von Mitte Juni bis Mitte September 2026, waren die Arbeiten abgeschlossen. Die Schadstellen an Stützen und Wänden sind instand gesetzt, die Bewehrung ist wieder geschützt. Die Fassade trägt ein rissüberbrückendes Schutzsystem, die Waschbetonplatten sind imprägniert, die Fugen erneuert. Das Gebäude ist gegen weitere Karbonatisierung und Witterung geschützt und behält dank des Farbtons nach Bestand sein Erscheinungsbild.

Fertig sanierte Fassade des Umspannwerks Simmering mit Waschbetonplatten
Die fertige Fassade mit beschichteten Flächen und imprägnierten Waschbetonplatten.

Was dieses Projekt für Betreiber von Infrastrukturbauten zeigt

Betonschäden an technischen Gebäuden entwickeln sich langsam, aber stetig. Wer früh saniert, setzt Schadstellen gezielt instand, statt später Bauteile zu ersetzen. Entscheidend ist ein abgestimmtes System: Instandsetzung dort, wo die Bewehrung angegriffen ist, Schutz auf den Flächen und dichte Fugen. Mehr dazu unter Betoninstandsetzung und Beschichtung und Fassadensanierung. Weitere Erfahrung an Infrastrukturbauten zeigt das Projekt Wiener Netze.

Sie betreiben ein technisches Gebäude oder Infrastrukturbauwerk mit Betonschäden? Kontaktieren Sie uns für eine Bestandsaufnahme.

Häufige Fragen zur Betonsanierung an Infrastrukturbauten

Antworten auf die Fragen, die uns Auftraggeber zu diesem Thema am häufigsten stellen.

Warum rostet die Bewehrung in älterem Beton?

Weil der Beton über die Jahre karbonatisiert. Kohlendioxid senkt die Alkalität des Betons, und sobald das die Bewehrung erreicht, verliert der Stahl seinen natürlichen Rostschutz.

Was bewirkt ein rissüberbrückendes System?

Es bleibt elastisch genug, um feine Risse im Untergrund mitzumachen, ohne selbst zu reißen. Damit bleibt die Fassade dicht gegen Wasser und Kohlendioxid.

Warum werden Waschbetonplatten imprägniert statt beschichtet?

Eine Beschichtung würde die sichtbare Struktur des Zuschlags zudecken. Eine Imprägnierung macht die Oberfläche wasserabweisend und erhält die Optik.

Welche Fugenmasse eignet sich für Betonfassaden?

Dauerhaft elastische Fugenmassen, etwa auf PU-Basis. Sie nehmen die Bewegungen zwischen den Bauteilen auf und bleiben über Jahre dicht.

Lässt sich der ursprüngliche Farbton erhalten?

Ja. Schutzsysteme lassen sich im Farbton nach Bestand ausführen, sodass das Gebäude nach der Sanierung aussieht wie vorher, nur geschützt.

Wie erkennt man Karbonatisierungsschäden früh?

An Rostfahnen, feinen Rissen entlang der Bewehrung und hohl klingenden Stellen. Sicherheit gibt eine Messung der Karbonatisierungstiefe mit einem Farbindikator an frischen Bruchflächen.

Kann während der Arbeiten der Betrieb weiterlaufen?

Bei Arbeiten an der Gebäudehülle in der Regel ja. Entscheidend sind eine abgestimmte Gerüstplanung und klare Absprachen mit dem Betreiber zu Zugängen und Sicherheitsbereichen.

Glossar

Die wichtigsten Fachbegriffe aus diesem Projekt, kurz erklärt.

  • Karbonatisierung Reaktion von Kohlendioxid mit dem Beton, die dessen Alkalität senkt und die Bewehrung ungeschützt lässt.
  • Reprofilierung Wiederherstellung des ursprünglichen Bauteilquerschnitts mit Instandsetzungsmörtel.
  • Rissüberbrückung Fähigkeit einer Beschichtung, Rissbewegungen im Untergrund aufzunehmen, ohne selbst zu reißen.
  • Imprägnierung In die Poren eindringender, wasserabweisender Schutz, der die Oberfläche optisch nicht verändert.
  • Waschbeton Beton, dessen Oberfläche ausgewaschen wurde, sodass der Zuschlag sichtbar ist.

Kontaktieren Sie uns noch heute und starten Sie dieses erstklassige Abenteuer mit uns.

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