IZD-Tower

CFK-Verstärkung im IZD-Tower: Wegen einer neuen statischen Belastung musste eine Decke im IZD-Tower in der Wiener Donau-City verstärkt werden. SPARTA Bautenschutz hat Decke und Wände mit CFK-Lamellen verstärkt, nach Untergrundvorbereitung durch Schleifen und Sandstrahlen, ohne in die bestehende Tragstruktur einzugreifen.
Das Projekt auf einen Blick
- Objekt IZD-Tower, Wagramer Straße 19, 1220 Wien
- Bauwerk Bürohochhaus in der Donau-City, rund 140 Meter hoch, errichtet 1998 bis 2001
- Leistung Tragwerksverstärkung mit CFK-Lamellen an Decke und Wänden
- Einbaubereiche Deckenunterseite im Innenbereich, Oberseite einer Außendecke
- Anlass neue statische Belastung an der Decke
- Untergrundvorbereitung Schleifen beziehungsweise Sandstrahlen
- Verfahren Verklebung der Lamellen mit Epoxidharzkleber
Unsere Projekte
Das Problem: eine Decke, die mehr tragen muss
Wenn sich die Nutzung ändert
Der IZD-Tower ist eines der bekannten Hochhäuser in der Wiener Donau-City. Wie jedes Tragwerk wurde er für bestimmte Lasten bemessen. Ändert sich die Nutzung, kommen etwa schwere Anlagen, neue Einbauten oder andere Nutzlasten hinzu, reicht die vorhandene Tragfähigkeit eines Bauteils unter Umständen nicht mehr aus.
Genau das war hier der Fall: Durch eine neue statische Belastung an einer Decke mussten Verstärkungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Decke musste mehr aufnehmen, als sie ursprünglich tragen sollte, und die anschließenden Wände waren in das Verstärkungskonzept einzubeziehen.
Die Aufgabe
Gesucht war eine Verstärkung, die die Tragfähigkeit rechnerisch nachweisbar erhöht, ohne die Bauteile massiv zu vergrößern. In einem genutzten Bürohochhaus kommen zusätzliche Anforderungen dazu: geringe Aufbauhöhe, kein schweres Gerät, wenig Lärm und Staub und eine kurze Bauzeit.
Die Lösung: Verstärkung mit CFK-Lamellen
Warum CFK
CFK steht für kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff. CFK-Lamellen sind dünne, sehr zugfeste Streifen, die auf die Zugseite eines Betonbauteils geklebt werden. Dort übernehmen sie zusätzliche Zugkräfte und erhöhen so die Tragfähigkeit, zum Beispiel die Biegetragfähigkeit einer Decke.
Der Vorteil gegenüber klassischen Verstärkungen mit Stahl oder zusätzlichem Beton: CFK-Lamellen sind extrem leicht, nur wenige Millimeter dick und korrodieren nicht. Die Verstärkung trägt kaum auf, verändert die Raumhöhe praktisch nicht und lässt sich ohne schweres Hebezeug einbauen.
Wie CFK-Lamellen wirken
Beton trägt Druck sehr gut, Zug dagegen kaum. Diese Aufgabe übernimmt die Bewehrung im Bauteil. Wird eine Decke stärker belastet, steigen die Zugkräfte. Im Feld zwischen den Auflagern liegen sie an der Unterseite, über Auflagern und Stützen an der Oberseite. Die CFK-Lamellen werden dort aufgeklebt, wo die Berechnung zusätzliche Zugkräfte ausweist, und ergänzen die vorhandene Bewehrung.
Kohlenstofffasern erreichen eine Zugfestigkeit, die ein Vielfaches von Betonstahl beträgt, bei einem Bruchteil des Gewichts. Deshalb genügen wenige, schmale Lamellen, um die Tragfähigkeit spürbar zu erhöhen. Die Kraftübertragung erfolgt vollständig über die Klebefuge, was die Qualität von Untergrund und Verklebung so entscheidend macht.
Untergrundvorbereitung durch Schleifen und Sandstrahlen
Eine geklebte Verstärkung wirkt nur, wenn die Kräfte sauber vom Beton in die Lamelle übertragen werden. Der Untergrund muss dafür tragfähig, eben und frei von Zementschlämme, Beschichtungen und losen Teilen sein. Die Klebeflächen an Decke und Wänden wurden deshalb geschliffen beziehungsweise sandgestrahlt, bis der tragfähige Beton freilag.

Verklebung der Lamellen
Auf die vorbereiteten Flächen wurden die CFK-Lamellen mit einem Epoxidharzkleber verklebt. Kleber und Lamelle bilden zusammen mit dem Beton einen Verbund, in dem die Lamelle die zusätzlichen Zugkräfte übernimmt. Lage, Anzahl und Länge der Lamellen folgen der statischen Berechnung. Die Ausführung erfolgt nach den geltenden Normen und Richtlinien für die nachträgliche Verstärkung von Betontragwerken mit geklebter Bewehrung.

Verstärkt wurde in zwei Bereichen. Innen wurden die Lamellen an der Deckenunterseite verklebt, außen auf der Oberseite einer Decke, für die der Belag abgenommen wurde. Welche Seite eines Bauteils verstärkt wird, ergibt sich aus der Statik: Die Lamellen gehören immer dorthin, wo zusätzliche Zugkräfte auftreten.

Welche Alternativen es gegeben hätte
Für die Verstärkung von Decken gibt es mehrere Wege. Aufgeklebte Stahllaschen wirken ähnlich wie CFK-Lamellen, sind aber schwer, müssen korrosionsgeschützt werden und lassen sich an der Decke nur mit Hebezeug montieren. Ein Aufbeton oder zusätzliche Unterzüge erhöhen die Tragfähigkeit ebenfalls, kosten aber Raumhöhe, bringen zusätzliches Eigengewicht und bedeuten deutlich mehr Baustelle.
In einem genutzten Bürohochhaus sprechen deshalb viele Gründe für CFK: geringes Gewicht, minimale Aufbauhöhe, kurze Montagezeit und kaum Staub oder Lärm außerhalb der Vorbereitung des Untergrunds.
Die Arbeitsschritte im Überblick
- Statische Berechnung und Festlegung von Lage, Anzahl und Länge der Lamellen
- Anzeichnen der Klebeflächen an Decke und Wänden
- Schleifen beziehungsweise Sandstrahlen des Untergrunds
- Reinigung der Klebeflächen
- Zuschnitt und Reinigung der CFK-Lamellen
- Auftrag des Klebers auf Lamelle und Untergrund
- Andrücken der Lamellen und Aushärten des Klebers
Qualität entsteht im Untergrund
Bei geklebten Verstärkungen entscheidet der Beton unter der Lamelle über die Wirkung. Üblich ist deshalb, die Oberflächenzugfestigkeit des Untergrunds zu prüfen, bevor verklebt wird. Ebenso wichtig sind Temperatur und Feuchte während der Verarbeitung, denn der Kleber braucht definierte Bedingungen, um seine volle Festigkeit zu erreichen.
Das Ergebnis: mehr Tragfähigkeit ohne Umbau
Was erreicht wurde
Decke und Wände sind mit CFK-Lamellen verstärkt und können die neue statische Belastung aufnehmen. Die Verstärkung ist nur wenige Millimeter stark, die Raumhöhe bleibt praktisch unverändert, und in die bestehende Tragstruktur musste nicht eingegriffen werden.

Wann Eigentümer an eine Verstärkung denken sollten
Immer dann, wenn sich an einem Bauteil etwas ändert: neue Anlagen auf einer Decke, Lagerflächen statt Büros, Durchbrüche für Haustechnik oder höhere Lasten durch neue Einbauten. Eine frühe Abstimmung mit dem Tragwerksplaner zeigt, ob eine Verstärkung nötig ist und welche Methode passt.
Was dieses Projekt für Eigentümer und Planer zeigt
Nutzungsänderungen scheitern oft nicht an der Idee, sondern an der Statik. Mit CFK-Lamellen lassen sich Decken, Unterzüge und Wände gezielt verstärken, schnell, leicht und ohne großen Umbau. Voraussetzung sind eine statische Berechnung und ein Fachbetrieb, der Untergrund und Verklebung nach Richtlinie ausführt. Mehr dazu unter Tragwerksverstärkungen. Wo verstärkte Bauteile auch Brandschutz brauchen, hilft unser Fachbeitrag zum Brandschutzmörtel.
Sie planen eine Nutzungsänderung und müssen Bauteile verstärken? Kontaktieren Sie uns.
Häufige Fragen zu CFK-Lamellen
Antworten auf die Fragen, die uns Auftraggeber zu diesem Thema am häufigsten stellen.
Was sind CFK-Lamellen?
Dünne Streifen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, die auf Betonbauteile geklebt werden und dort zusätzliche Zugkräfte übernehmen.
Wann braucht eine Decke eine Verstärkung?
Wenn neue oder höhere Lasten dazukommen, etwa durch Nutzungsänderung, schwere Anlagen oder Umbauten, oder wenn die Tragfähigkeit durch Schäden reduziert ist. Das klärt eine statische Berechnung.
Wie stark trägt eine CFK-Verstärkung auf?
Nur wenige Millimeter. Die Raumhöhe bleibt praktisch unverändert, was bei bestehenden Gebäuden ein großer Vorteil ist.
Warum muss der Untergrund geschliffen oder gestrahlt werden?
Weil die Kräfte über die Klebefuge vom Beton in die Lamelle übertragen werden. Das funktioniert nur auf tragfähigem, sauberem Untergrund.
Brauchen CFK-Lamellen Brandschutz?
Epoxidharzkleber verlieren bei Hitze ihre Festigkeit. Ob ein Brandschutz nötig ist, hängt davon ab, ob die Verstärkung im Brandfall mittragen muss. Das legt das Brandschutzkonzept fest.
Stört eine CFK-Verstärkung den laufenden Betrieb?
Kaum. Lärm und Staub entstehen vor allem beim Vorbereiten des Untergrunds. Das Verkleben selbst ist leise und kommt ohne schweres Gerät aus.
Kann eine CFK-Verstärkung überputzt oder verkleidet werden?
Ja. Die Lamellen sind nur wenige Millimeter dick und lassen sich nach dem Aushärten verkleiden oder beschichten, sofern das System das vorsieht.
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe aus diesem Projekt, kurz erklärt.
- CFK Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, sehr zugfest, leicht und korrosionsfrei.
- Lamelle Dünner CFK-Streifen, der als geklebte Bewehrung auf Bauteile aufgebracht wird.
- Geklebte Bewehrung Nachträglich auf ein Bauteil geklebte Verstärkung, die Zugkräfte übernimmt.
- Biegetragfähigkeit Fähigkeit eines Bauteils wie einer Decke, Biegebeanspruchung aufzunehmen.
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